Offener Brief zur Verkehrssituation in Rederscheid

9.11.2020

Auf der Mitgliederversammlung hat der Vorstand die Aufgabe bekommen sich mit einen Brief an die verantwortlichen Stellen bezüglich der Verkehrssituation in Rederscheid zu wenden. Den Brief im pdf-Format finden Sie hier.

 

Mit dem Input aus der Mitgliederversammlung haben wir uns auf folgende Verbesserungsvorschläge festgelegt und diese im Brief am 02.11.2020 übermittelt:

  • Ausweitung der 30er-Zone auf die gesamte geschlossene Ortschaft Rederscheid
  • Ergänzung oder Ersetzen der Blumenkästen durch Bodenwellen
  • Entschärfung der Kreuzung durch vier Fußgängerüberwege („Zebrastreifen“)
  • zusätzliche Sicherung der Gehwege im Kreuzungsbereich durch Absperrgeländer um die Kinder deutlich zu warnen, zu den sicheren Überwegen zu leiten und ein Schneiden des Kreuzungsbereiches mit Kfz über die Gehwege zu verhindern
  • optische Heraushebung von vorfahrtsberechtigten Einmündungen durch Haltelinien und/oder „Haizähne“ (vergleiche mit Rottbitze, Rederscheider Weg)
  • Tempolimit Becherberg von Schweifeld kommend ab Ortsausgang Schweifeld 70 km/h, mittlere Kurve bis Ortseingang Rederscheid 50 km/h, ab Ortsschild dann 30-Zone

 

Nachdem wir den Brief an unseren Bürgermeister Martin Buchholz übermittelt haben, bekamen wir noch am selben Abend die erste Antwort. Für die schnelle Reaktion möchten wir uns nochmals bedanken.

 

Hier eine Zusammenfassung der Kommunikation:

 

Als erste schnelle Maßnahme wurde direkt am 03.11.2020 die Smiley-Messtafel am Spielplatz aufgehängt.

 

Herr Buchholz teilte uns mit, dass er den Brief an die zuständigen Stellen weitergeleitet hat und das Thema auf die Tagesordnung des Verkehrsausschusses für die nächste Sitzung gesetzt hat. Des Weiteren teilte er uns mit, dass vor der Umplanung eine Anliegerversammlung geplant war, welche wegen Corona noch nicht stattfinden konnte. (An der Planung wird aber festgehalten.) Zusätzlich hängen die Maßnahmen "Rederscheider Straße" zeitlich an den Maßnahmen "Brunnenstraße", die durch den Landkreis Neuwied durchgeführt werden sollen. Beide Maßnahmen gleichzeitig sind nicht möglich.

 

Auf einige weitere Punkte ist er konkret eingegangen:

"-> Verlängerung 30er Zone -> Ist ohnehin in Planung, muss von der Straßenverkehrsbehörde angeordnete werden. -> Ich frage direkt nach, woran es hängt.
-> Bodenwellen -> Von Bodenwellen rate ich (wie außerdem mittlerweile die meisten Verkehrsplaner) ab. Diese sorgen im Allgemeinen zu einem enormen Anstieg des Lärms durch Abbremsen und Anfahren sowie
Poltergeräusche beim Überfahren. Weiter erschwerden Bodenwellen den Winterdienst und sie sind für Rettungs- und Bergungsfahrzeuge eine große Behinderung. (In Linz wurden diese Bodenwellen weitestegehend wieder entfernt).
-> Optische Markierungen -> Muss die Straßenverkehrsbehörde prüfen.
-> Fußgängerüberwege -> Da gibt es eine Hülle von Vorschriften. Z.B. dass Fußgängerüberwege nur dort gebaut werden dürfen, wo schneller als 50 km/h gefahren werden darf. (Ausnahmen nur vor Schulen)
Das müsste also noch mal im Detail von der Straßenverkehrsbehörde geprüft werden. 
-> Überhöhte Geschwindigkeit -> Wir werden noch mal eine verdeckte Messung durchführen.
Bei der letzten "offenen" Messung konnten wir in der 30er Zone nur geringe Überschreitungen feststellen.
Wir haben vom 15.04.2020 - 05.05.2020 die Smilie-Tafel am Ende von Rederscheid in Rtg. Rottbitze hängen gehabt und hatten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 km/h. Gemessen 12.092 Fahrzeuge in 20 Tagen.
Wir haben vom 05.05.2020 - 24.05.2020 die Smilie-Tafel am Ortsgeingang von Rottbitze kommend hängen gehabt und hatten auch eine Durschnittsgeschwindigkeit von 36 km/h. Gemessen 15.139 Fahrzeuge in 19 Tagen.
Das zeigt außerdem auch, dass rd 605 Fahrzeuge pro Tag aus Rederscheid nach Rottbitze raus fahren und rd 797 Fahrzeuge pro Tag von Rottbitze nach Rederscheid rein fahren. Diese Information muss man ja ggf.
auch bei einer Neugestaltung der Verkehrsberuhigung berücksichtigen.
-> Geschwindigkeitsbegrenzung Becherberg -> Werde ich an die Kreisverwaltung weitergeben. Denn außerorts ist die Kreisverwaltung für Kreisstraßen zuständig.
-> Geschwindigkeitskontrollen -> Dei Polizei hat im Juni in diversen Bereichen der Ortsgemeinde Windhagen (u.a. auch in Rederscheid) Radarkontrollen durchgeführt. Ich werde mal nachfragen, wie die "Umsätze" in Rederscheid waren."

 

In einer zweiten Mail hat Herr Buchholz uns direkt die Antwort der Straßenverkehrsbehörde mitgeteilt:

"ich habe schon Rückmeldungen von der Straßenverkehrsbehörde hinsichtlich Eures "offenen Briefes".
Dort hat man die Beschlüsse recherchiert:
- Ende 2018 hatte der Bauausschuss beschlossen die Themen "Verkehrsberuhigung, Sanierung der Asphaltdecke UND Verlängerung der 30 km/h-Zone" als Komplettmaßnahme durchzuführen.
- Im Rahmen der OG-Ratssitzung am 28.11.2019 habe ich dann dargestellt, dass eine Planung durch die Tiefbauabteilung erfolgt ist und wir im Jahr 2020 nach Karneval zunächst eine Anliegerversammlung
durchführen wollen, um die Bürgerinnen und Bürger mit in die Planung einzubeziehen. Die Anliegerversammlung war sogar für Mai 2020 terminiert, ist dann aber Corona zum Opfer gefallen.
Ich habe das Thema nun auf die Tagesordnung der nächsten "Verkehrsausschuss-Sitzung" gesetzt und hoffe, dass die behördlichen Planungen schon mal im Hintergrund weiterlaufen können."

 

Auf die ausfürchliche Antwort von Herrn Buchholz haben wir mit ein paar Konkretisierungen reagiert:

"Wenn wir einigermaßen richtig informiert sind scheinen sich die Maßnahmen zur Brunnenstraße noch hinzuziehen, hier regen wir an eventuell die Maßnahmen auf der Rederscheider Straße vorzuziehen, wenn klar ist, dass sich die Brunnenstraße noch nicht oder erst später umsetzen lässt.

Wir möchten auch nochmals auf die Messungen der Geschwindigkeiten zurück kommen.
Bei der Messungen finden wir es sehr alamierend, dass gerade bei der Richtung aus Rottbitze kommend an der Stelle, wo gemessen wurde schon ein Schnitt von 36 km/h bestand. Hier muss fast jedes Auto auf Grund der Verkehrsinsel und des Blumenbeetes am Anfang des Dorfes stehen bleiben und die Stelle wo die Tafel hing war quasi noch nicht die Endgeschwindigkeit der meisten sondern noch die Beschleunigungsphase. Zusätzlich ist die gesamte Sitaution vorne im Dorf sehr eng, insbesondere seitdem die neue Straße (Eichenbüsch) hier einmündet.
Dein Angebot die Smilie-Tafel nochmal in Rederscheid aufzuhängen nehmen wir gerne an. Wir fänden hier die Stelle am Spielplatz am Ende der 30er Zone sinnvoll. (Richtung: von Rottbitze kommend)

Des Weiteren möchten wir nochmals auf die Blumenkübel zusprechen kommen. Diese werden als Problem und nicht als Lösung gesehen. In Kombination mit parkenden Autos machen die Blumenkübel die Straße eng und unübersichtlich. Zusätzlich führt es regelmäßig zu Ausweichverkehr über die Bürgersteige, damit doch noch 2 Autos aneinander vorbei fahren können. Hinzukommt, dass regelmäßig das Tempo erhöht wird um nicht auf den Gegenverkehr warten zu müssen. Wir als Dorfverein wären dafür, dass die Blumenkübel aktuell auch ohne einen Ersatz der Verkehrsberuhigung weg genommen werden. Wir denken, dass dies eine schnell umsetzbare Maßnahme ist, die vielleicht nicht für langsameren aber für sichereren Verkehr sorgen würde."

 

Zu den Blumenkübeln bekamen wir noch folgende weitere Antwort:

"Das Thema mit den Blumenkübeln würde ich noch bis zu der Verkehsausschuss-Sitzung so lassen. Wenn wir diese jetzt ohne weitere Maßnahmen entfernen, wird die Rederscheider Straße vermutlich zur Rennstrecke werden, könnte ich mir vorstellen."

 

Wir warten nun mit Spannung auf die Ergebnisse der Verkehrsausschuss-Sitzung, welche wohl Ende November stattfinden soll. Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten. Sollten Sie noch Fragen oder Anregungen haben stehen wir Ihnen per Mail oder Kontaktformular gerne zur Verfügung.


Verkehrsausschuss Windhagen vom 17.11.2020

Gestern (17.11.2020) wurde in der Sitzung des Verkehrsausschusses auch das Thema Verkehrssituation Rederscheid und unser Brief besprochen.

Unter folgendem Link https://www.youtube.com/watch?v=L7ZQk_LnBuQ&t=1s   finden Sie die Aufzeichung der Sitzung.

Ab 53:35 Minuten geht es um die Auswertung der Smiley-Tafeln, hier ist insbesondere die Messung auf der Rederscheider Straße im Detail zu sehen.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 108 km/h und einer Grenzgeschwindigkeit der ersten 85% der Fahrzeuge von 44 km/h an einer Stelle, wo wir alle wissen, dass hier noch der Beschleunigungsbereich für viele Verkehrsteilnehmer ist, unterstreicht diese Auswertung unsere Forderung nach Maßnahmen. (Die oben genannten 36 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit sind hier definitiv nicht die relevante Zahl, wie auch von Herrn Buchholz im Video bestätigt.) Bei der Messung in Richtung Rottbitze sind wir bei dem 85% Wert sogar bei 46 km/h. (Zu sehen an Stelle 56:32 des Videos)

 

Ab 1:40:30 geht es dann um die Verkehrssituation auf der Rederscheider Straße.

 

Aus der Diskussion ist aus unserer Sicht zusammenfassend zu erwähnen, dass die Sanierung der Brunnenstraße für 2021 vorgesehen ist; zusätzlich sollte eine Sanierung der Rederscheider Straße mit der der Sanierung der Brunnenstraße und der Fertigstellung des Baugebiets Rellensiefen 2 abgestimmt werden, da hier ansonsten Beschädigungen der neuen Straßenoberfläche durch eventuellen Schwerlastverkehr zu befürchten ist.
Des Weiteren soll die Verlängerung der 30er Zone zwischen Spielplatz und Brunnenstraße zeitnah erfolgen.
Zusätzlich muss bei allen Arbeiten bedacht werden, dass diese nicht als Neuerungen zählen und somit umlagerungspflichtig werden.
Es soll angedacht werden, feste Pflanzflächen anstelle der Blumenkübel zu installieren. Hier könnte man auch den Antrag der CDU/FDP „100 Bäume für Windhagen“ berücksichtigen und einbinden. (1:53:00, Lothar Köhn)

Eine Einrichtung von Absperrungen im Kreuzungsbereich, könnte eventuell ebenfalls zeitnah erfolgen, dies muss vor Ort gemessen werden. Die weitere Verkehrsberuhigung im Bereich der Brunnenstraße/Becherberg muss mit der Kreisverwaltung besprochen werden, da dies eine Kreisstraße ist. Hier kam ein Vorschlag von Herrn Martin Blanck, dass eventuell auch ein Minikreisel wie bei der Firma Wirtgen in Frage kommen könnte, bei diesem müssten dann auch Fußgängerüberwege möglich sein. (1:56:46 im Video)

Zusätzlich wird von Herrn Dr. Roland Kohler richtig erwähnt, dass wir ein „schlafendes Problem“ (1:59:35 im Video) haben, sollte das Hotel einen neuen Pächter bekommen, könnte hier wesentlich mehr Durchgangsverkehr für das Dorf entstehen. Aus unserer Sicht wäre hier auch noch der Durchgangsverkehr zur und von der Firma Wirtgen zum Schichtwechsel zu erwähnen, dieser hat in der Sitzung leider keine Erwähnung gefunden.

Als einstimmigen Beschluss ging aus der Sitzung hervor (2:00:30 im Video):
Hinsichtlich erforderlicher Verbesserung der Verkehrssituation in der Rederscheider Straße wird die Verbandsgemeideverwaltung beauftragt:
a) Die Verlängerung der 30 km/h Zone in der Rederscheider Straße ab Spielplatz bis zur Einmündung Brunnenstraße anzuordnen.
b) Die Sanierung der Rederscheider Straße im Dünnschichtverfahren zu planen und vorzubereiten, so dass eine Durchführung der Maßnahmen nach Fertigstellung der Baumaßnahmen in der Brunnenstraße und im Baugebiet Rellensiefen möglich ist.
c) Die Aktualisierung möglicher Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung soll in Absprache mit der Verkehrsbehörde und in Verbindung mit entsprechenden Planunterlagen erfolgen, die Anlieger sollen in die Planung mit eingebunden werden.


Wir freuen uns, dass unsere Themen im Verkehrsausschuss ernst genommen werden und hoffen, dass durch diesen Beschluss der Anstoß für ein durchdachtes Verkehrsberuhigungskonzept für Rederscheid gegeben wurde. Wir als Dorfverein werden uns weiter für das Thema einsetzen und Sie auf dem Laufendem halten.